EUTECT stellt daten- und bildbasierte Qualitätssicherung beim Selektivlöten auf der EFX vor

EUTECT präsentiert auf der EFX 2026 erstmals Solder Guard. Die neue Lösung verbindet Prozessdaten und Bildanalyse für eine KI-unterstützte, automatisierte Qualitätssicherung beim Selektivlöten.

Auf der EFX 2026 in Stuttgart stellt EUTECT erstmals den Solder Guard Elektronikherstellern vor. Die neue Lösung zur prozessintegrierten Qualitätssicherung verbindet die durch die EUTECT-Regelungstechnik generierten Prozessdaten mit einer intelligenten Soll-Ist-Bildverarbeitung und ermöglicht damit eine KI-unterstützte, automatisierte Qualitätssicherung von selektiven Lötstellen.

Ilse und Eda

Solder Guard

Durch die EUTECT-Regelungstechnik generierten Prozessdaten sowie durch eine intelligente Soll-Ist-Bildverarbeitung wird mittels KI-Unterstützung eine automatisierte Qualitätssicherung von selektiven Lötstellen ermöglicht.

Mehr erfahren

Durch die gemeinsame Auswertung von Prozessdaten und Bildern können reale Lötfehler zuverlässiger erkannt und gleichzeitig die Anzahl der falsch klassifizierten Lötstellen reduziert werden. Damit verlagert EUTECT die Qualitätssicherung zunehmend von der nachgelagerten Kontrolle direkt in den laufenden Lötprozess. Im Mittelpunkt steht dabei der Ansatz der Predictive Quality

„Digital analysierte Prozessschritte ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung und Bewertung des selektiven Lötprozesses. Die Qualität einer Lötstelle wird damit nicht erst nach Abschluss der Fertigung betrachtet, sondern bereits während ihrer Entstehung abgesichert. Gleichzeitig bilden die aufgezeichneten Daten die Grundlage für eine lückenlose Traceability sowie eine schnellere Ursachenanalyse.“

EUTECT-Lötsysteme führen dabei nicht nur einen programmierten Prozess aus, sondern überwachen und bewerten relevante Prozessgrößen während der Fertigung. Abweichungen können dadurch frühzeitig erkannt werden. Die Anlage erzeugt somit nicht nur eine Lötverbindung, sondern stellt gleichzeitig einen digitalen Nachweis darüber bereit, ob der zugrunde liegende Prozess innerhalb der definierten Qualitätsgrenzen durchgeführt wurde. Abhängig vom eingesetzten Lötverfahren fließen unterschiedliche Informationen in die Bewertung ein. Neben klassischen Prozessparametern können beispielsweise Daten aus der kraft- und weggeregelten Drahtzuführung, der Temperaturregelung, aus Kamerasystemen sowie weiteren Sensoren berücksichtigt werden. Auf diese Weise entsteht für jeden Lötprozess ein umfassendes digitales Prozessbild.

ILSE und EDA verbinden Bild- und Prozessdaten

Wesentliche Bestandteile des Konzepts sind die Software-Bausteine ILSE für das Laserlöten sowie EDA zur Analyse der Prozessdaten. Bei ILSE wird die bereits in der Laseroptik koaxial integrierte Kamera für einen intelligenten Soll-Ist-Vergleich genutzt. Auf dieser Grundlage können mangelhafte Lötstellen erkannt werden. Neben Einzelbildern lassen sich auch Videos des Lötprozesses aufzeichnen. Die Prozesskamera übernimmt damit Funktionen einer automatisierten optischen Inspektion und unterstützt sowohl die Qualitätssicherung als auch die Optimierung des Laserlötprozesses.

Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass ILSE in bestehenden Laserlötprozessen und mit den dort eingesetzten Kameras umgesetzt und nachgerüstet werden kann. Zusätzliche Hardware ist dafür nicht erforderlich. Parallel dazu dokumentiert und speichert die EUTECT-Regelungstechnik die relevanten Prozessdaten. Der Softwarebaustein EDA analysiert diese Daten und vergleicht sie mit den definierten Vorgaben sowie den tatsächlich ermittelten IO-Prozessdaten. Dadurch kann bereits auf Basis der Prozessdaten eine Bewertung der Lötstelle erfolgen.

Dekoratives Bild

Besonders leistungsfähig wird die Qualitätssicherung durch die Kombination beider Systeme. Erkennt ILSE innerhalb eines Laserlötprozesses beispielsweise eine qualitativ auffällige Lötstelle, können die zugehörigen Prozessdaten über EDA unmittelbar in die Analyse einbezogen werden. Dadurch lässt sich nicht nur feststellen, dass eine Lötstelle von den Vorgaben abweicht, sondern auch nachvollziehen, welche Prozessbedingungen zu dieser Abweichung geführt haben. Auf dieser Basis können Ursachen schneller identifiziert und Prozessschritte gezielt optimiert werden.

Vom überwachten zum perspektivisch selbstregelnden Lötprozess

Mit Solder Guard entwickelt EUTECT die selektive Lötanlage konsequent zu einem intelligenten, datenbasierten Prozesssystem weiter. Die kontinuierliche Erfassung und Analyse von Prozessdaten schafft perspektivisch auch die Voraussetzung für selbstregelnde Prozesse. Prozessparameter könnten dabei innerhalb definierter Grenzen automatisiert angepasst werden, um Prozessstabilität, Reproduzierbarkeit und Anlagenverfügbarkeit weiter zu erhöhen.

Besonders relevant ist dieser Ansatz für High-Reliability-Anwendungen. In Branchen wie Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt, Defense, Bahntechnik, Green Energy, Leistungselektronik oder Automation genügt es vielfach nicht, ausschließlich die Qualität des fertigen Produkts nachzuweisen. Zusätzlich muss dokumentiert werden können, dass die Lötverbindung unter kontrollierten und reproduzierbaren Prozessbedingungen entstanden ist und die dazugehörigen Prozessdaten langfristig zur Verfügung stehen. Der EUTECT Solder Guard unterstützt Anwender dabei mit automatisierter Fehlererkennung, reproduzierbaren Prüfergebnissen, kontinuierlicher Prozess­überwachung und vollständiger Traceability. Gleichzeitig können Pseudofehler reduziert, Abweichungen früher erkannt und die Wirtschaftlichkeit des Lötprozesses verbessert werden.

„Durch die mögliche Nachrüstung in bestehende Anlagen lässt sich das Konzept zudem auch für bereits installierte EUTECT-Systeme nutzen. Auf der EFX 2026 in Stuttgart können sich unsere Kunden und Fachbesucher erstmals einen direkten Eindruck von Solder Guard und dem Zusammenspiel von Bild- und Prozessdatenanalyse verschaffen“

EUTECT präsentiert erstmalig am Stand 9A62 die Plattform Solder Guard.

Haben Sie Fragen?

Ich bin Ihr Ansprechpartner!

Dekoratives Bild
QR Code - Lars Iwers