Mit Solder Guard verbindet EUTECT Prozessdaten mit intelligenter Soll-Ist-Bildverarbeitung und Datenanalyse. Dadurch kann die Qualität selektiver Lötstellen automatisiert bewertet, Abweichungen frühzeitig erkannt und Lötprozesse kontinuierlich überwacht werden. Solder Guard verfolgt einen entscheidenden Ansatz für die Qualitätssicherung in der Elektronikfertigung. Die Qualität einer Lötstelle soll nicht erst nach Abschluss des Fertigungsprozesses kontrolliert, sondern bereits während ihrer Entstehung abgesichert werden. Dafür werden die von der EUTECT-Regelungstechnik erzeugten Prozessdaten mit Informationen aus der Bildverarbeitung zusammengeführt und gemeinsam ausgewertet.
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Die EUTECT-Lötsysteme erfassen und dokumentieren dafür relevante Prozessgrößen während des gesamten Lötvorgangs. Abhängig vom eingesetzten Lötverfahren können unter anderem Informationen aus Drahtzuführung, Kraft- und Wegregelung, Temperaturüberwachung, Pyrometrie, Kamerasystemen und weiteren Sensoren berücksichtigt werden. Auf diese Weise entsteht für jede Lötung ein umfassendes digitales Prozessbild.
Ein wesentlicher Bestandteil ist die Analyse der aufgezeichneten Prozessdaten durch EDA. Die Daten werden mit vorgegebenen sowie realen IO-Prozessdaten verglichen und stehen anschließend für weitere Analysen zur Verfügung. In Verbindung mit der bildbasierten Bewertung lässt sich dadurch nicht nur feststellen, ob eine Lötstelle von den definierten Vorgaben abweicht. Es kann gleichzeitig nachvollzogen werden, unter welchen Prozessbedingungen die Lötstelle entstanden ist.
Damit schafft Solder Guard die Grundlage für Predictive Quality beim selektiven Löten. Veränderungen und Abweichungen im Prozess können frühzeitig erkannt und bewertet werden. Statt ausschließlich entstandene Fehler zu identifizieren, rückt damit zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, ob sich ein Prozess in Richtung eines möglichen Qualitätsrisikos entwickelt. Für Anwender ergeben sich daraus mehrere Vorteile:
- reale Lötfehler können zuverlässiger erkannt werden
- Pseudofehler werden reduziert
- Prüfergebnisse werden mit den zugehörigen Prozessdaten verknüpft
Dadurch entsteht eine vollständige Dokumentation für die Traceability. Ursachen von Qualitätsabweichungen lassen sich schneller analysieren und einzelne Prozessschritte gezielt optimieren.
Besonders relevant ist dieser Ansatz für High-Reliability-Anwendungen, beispielsweise in der Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt, Defense, Bahntechnik, Green Energy, Leistungs- oder Industrieelektronik. Hier ist nicht nur eine zuverlässige Lötverbindung entscheidend. Häufig muss zusätzlich nachgewiesen werden können, dass sie unter definierten und reproduzierbaren Prozessbedingungen entstanden ist.
Ein weiterer Vorteil
Solder Guard kann auch bei älteren EUTECT-Bestandsanlagen nachgerüstet werden. Damit lässt sich die bild- und datenbasierte Qualitätssicherung auch in bestehende Fertigungsumgebungen integrieren.
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Leitung Vertrieb