Eutect präsentiert mit Ringlöten innovativen, nachhaltigen und taktzeitoptimierten Lötprozess auf productronica 2021

Dass auch im Bereich des selektiven Lötens Platz für neue Prozessverfahren und -innovationen ist, beweist die Eutect GmbH wieder einmal mit dem neu entwickelten SRS-Lötverfahren. SRS steht für Sustained Ring Soldering (SRS) und bietet aufgrund vorgefertigter Ringe aus Lotdraht eine neue Möglichkeit des taktzeitoptimierten, hochgenauen und wirtschaftlich nachhaltigen Baugruppenlötens.

„Mittels des neu entwickelten SRS-Moduls lassen sich vorkonfektionierte Lotringe auf und um THT-Pins legen, die dann mittels Laser-, Kolben- oder auch Induktionslötverfahren, als auch mittels IR-Strahler, Heißluft oder Thermoden aufgeschmolzen werden“, beschreibt Matthias Fehrenbach, Geschäftsführer der Eutect GmbH das grundlegende Prinzip des SRS-Lötens. Das SRS-Modul ist eine vollautomatische Ringproduktionsvorrichtung, die zur Herstellung von spezifischen Lotringen aus handelsüblichen Lotdrähten, mit oder ohne Flussmittelseele, eingesetzt wird. Dabei können je nach Werkzeugeinsatz, im Durchmesser unterschiedliche Lotdrähte mit spezifischen Ringdurchmessern gebogen werden. Die so hergestellten Lotringe können händisch, mit Hilfe spezieller Pinzetten und Magazin-Dispenser, sowie automatisch mittels eines speziellen hochdynamischen Picks & Place Handlings auf die zu lötenden Lötstellen bzw. über die durchkontaktierten Pins positioniert werden.

„Das SRS-Löten ist hochgenau und extrem nachhaltig, da die Lotmenge exakt zugeschnitten werden kann“, führt Fehrenbach weiter aus. Sowohl beim Handlöten als auch beim Zuführen von Lotdraht innerhalb des Laser-, Kolben oder Induktionslötens können kleinste Abweichungen unterschiedliche Lotergebnisse ergeben. „Aufgrund der Drahtdicke sowie der definierten Drahtlängen wird immer ein reproduzierbares Lotvolumen bereitgestellt. Ein Anschnitt fällt weg, so können nahezu 100% einer Lotdrahtrolle verarbeitet werden“, so Fehrenbach. Gerade für das Handlöten ist dies entscheidend, da hier aufgrund der Zeitspanne, die zum Auflöten des Drahtes seitens des Mitarbeiters verwendet wird, die höchste Ungenauigkeit in punkto Lotmenge und Flussmittel besteht. Somit wird der gesamte Lotprozess, ob manuell oder automatisch, optimiert, da Fehlerquellen eliminiert, der Ausschuss reduziert und die Prozessgenauigkeit erhöht werden. „Des Weiteren können wir aufgrund des exakten Lot- sowie Flussmittelvolumens des Lotrings auch der Energiebedarf zum Aufschmelzen noch präziser definieren, so dass wir gerade bei hohen Serienfertigungsvolumen weitere Einsparungen durch einen reduzierten Energiebedarf erreichen“, erörtert Fehrenbach.

In ersten Evaluierungen konnte das Team um Fehrenbach signifikante Einsparungen für die Erstkunden nachweisen. Diese setzten sich aus einer Reduzierung des Drahtverschnitts, einem geringeren Energiebedarf, einer Minimierung des Maschinenverschleißes sowie einer Taktzeitoptimierung aufgrund des Wegfalls von Aufheizzeiten und der sofortigen Verfügbarkeit zusammen. Des Weiteren kann das SRS-Modul mit dem jeweiligen Lötmodul in der E-Zelle integriert werden, so dass dieser Lötprozess inline in jeder bestehenden Prozesslinien integriert werden kann. Bei engstehenden Pins werden die Lotringe abgeflacht, bzw. oval im Drahtdurchmesser verformt, so dass auch auf engstem Raum bestückt werden kann. Fehrenbach bestätigt: „In Evaluierungen haben wir nachgewiesen, dass sich die Lotstellen, egal bei welchen Lotringdurchmesser und egal bei welcher Wärmequelle, sauber und definiert ausbilden. Die Bildung des Lotminiskus ist exakt und reproduzierbar.“

Ein weiterer Vorteil ist die Prozessgeschwindigkeit. Da das Platzieren der Lotringe vom eigentlichen Lötprozess entkoppelt ist, können beide Einzelschritte gleichzeitig durchgeführt werden. „Diese Entkopplung ist gerade bei hohen Produktionsvolumina ein nicht zu unterschätzender Faktor für die Taktzeitoptimierung“, so Fehrenbach. Neben dem Verkauf des SRS-Moduls bietet die Eutect GmbH aber auch das Zuschneiden der Lotringe als Dienstleistung an. „In diesem Fall schneiden wir die Ringe auf die vom Kunden gewünschten Durchmesser zu und liefern diese als Schüttgut, magaziniert oder vergurtet an“, beschreibt Fehrenbach den Prozess. Sind die Lotringe in herkömmlichen Vergurtungen verpackt, können sie auch mittels eines herkömmlichen Bestückungsautomaten platziert werden. „Damit garantiert der Prozess des SRS-Moduls in Verbindung mit unseren unterschiedlichen Lötmodulen, kombiniert in unserer neunen Produktionszelle E-Zelle, eine sehr hohe Prozessgenauigkeit und -reproduzierbarkeit“, betont Fehrenbach.

Eutect präsentiert das SRS-Löten auf dem Kompetenzstand zum Thema Löten in Halle A4, Stand 315.